Weingut Jakob Sebastian

Anbaugebiet Ahr

Lage

50° 30’ nördliche Breite! Ein Weinbaugebiet? – und dann noch ein Rotweingebiet?

Das Mikroklima macht es möglich!

Temperaturstabil durch die Anbindung an den Rhein und vor kalten Winden durch die nach Westen (Hauptwindrichtung) bis auf über 600 m ansteigende Eifel / Ardennen geschützt, bietet das Tal eine Vielzahl kleiner Wärmeinseln, die für das Ausreifen des Spätburgunders völlig ausreichend sind. Viele der Ahr-Spitzenweine haben heute höhere Mostgewichte als sie in Burgund üblich sind.

Geschichte

Der Weinbau ist vermutlich mit den Römern an die Ahr gekommen. Die Römervilla zwischen den Weinbergen Walporzheims und Ahrweilers, die reiche römische Siedlungsstruktur und ein (umstrittener) Weinbergsfund in Neuenahr weisen darauf hin.

„Neuzeitlich“ und damit urkundlich erwähnt, bezeugen vor allem klösterliche Dokumente ab dem 8. Jahrhundert die Weiterentwicklung des Weinbaus und die Wertschätzung der Ahr als Qualitätsweinbaugebiet – anders sind die reichen Besitztümer weit entfernter Klöster nicht zu erklären. Die Nachfrage stieg, auch die steilsten Weinberge wurden kultiviert und die Ausdehnung des Anbaugebietes übertraf deutlich das heutige, sowohl Ahr auf- wie abwärts bis zum Rhein. Der heute führende Spätburgunder (Pinot Noir) kam ab Ende des 17. Jahrhunderts zu einer größeren Ausbreitung.

Mit Napoleon wurde die schon vorher einsetzende „Verbürgerlichung“ des Anbaugebietes abgeschlossen, die Lagen steuerklassifiziert und eine moderne Weinbauverwaltung installiert.

Die Not vieler Weinbaubetriebe, verstärkt durch den Beitritt Preußens zum deutschen Zollverein führte ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Massenauswanderung nach Amerika, aber auch zur – ein Lichtblick für die Ahr und andere Anbaugebiete –Gründung der ältesten noch aktiven Winzergenossenschaft (1868 Maischoss).

Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Ahr zu einem der wichtigsten Naherholungsziele Westdeutschlands, mit der Folge, dass Qualitätsgedanken nicht immer im Vordergrund standen. Das änderte sich ab Mitte der achtziger Jahre (20. Jhdt.) durch das innovative Eintreten einiger Spitzenbetriebe für ein neues Qualitätsdenken – heute kommt ein großer Teil der deutschen Spitzenrotweine von der Ahr und auch auf internationalem Parkett braucht man sich nicht zu verstecken.

Geologie

Bestimmende geologische Grundlage der Ahr ist die Lage am Rand des rheinischen Schiefergebirges. Devonschiefer und Übergangsformen in Richtung Sandstein sind auch die Bodengrundlage der meisten Steillagen der mittleren Ahr zwischen Walporzheim und Altenahr. Die untere Ahr (Ahrweiler bis Heimersheim) ist in den Bodenverhältnissen deutlich heterogener, da Vulkanausbrüche den Schiefersockel überlagerten und damit Basaltböden (wie in der Heimersheimer Landskrone) schufen und einige klassische Mittelterrassen mit Mischungen aus Flussablagerungen und eiszeitlichen Lößanwehungen entstanden (z.B.: Heimerheimer Berg, Ahrweiler Daubhaus)

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